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#45: Digitale Transformation als kultureller Wandel

| Zürich
Der digitale Wandel prägt nicht nur die Art wie Organisationen kommunizieren, sondern erfasst ganze Tätigkeitsfelder, Abläufe und Prozesse. Am 45. Social Media Gipfel gaben zwei Fachleute Einblick, wie die digitale Transformation in Unternehmen und Medienhäusern gelingt: Roger Hämmerli, Head Social Media bei Ringier und Sarah Stiefel, Leiterin Digitale Kommunikation bei der SBB.
Claudia Nägeli
#smgzh

Roger Hämmerli sieht die digitale Transformation als kulturellen Wandel: Die Medien verlieren an Deutungsmacht und Journalisten müssen aktiv um die Aufmerksamkeit der Leser buhlen. Das gelingt nicht nur über gutes Handwerk, sondern auch über Dialog und die Analyse von Klicks und Leserzahlen. Bei Ringier funktioniert der Austausch mit der Community über soziale Plattformen und den Blick Club, wo Leser selber journalistisch tätig werden. Die Arbeitsweise in den Redaktionen verändert sich. Leserreporter und Twitter-Meldung sind wichtige Recherchequellen. Das Verifizieren und Einordnen wird schwieriger und erfolgt deshalb im Team, oft Ressort übergreifend.

Sarah Stiefel ist überzeugt, dass der digitale Wandel nur gelingt, wenn alle Anspruchsgruppen in den Prozess eingebunden sind. Bei den SBB hat sie deshalb den Menschen als ihre Kernzielgruppe definiert. Digitaler Wandel heisst für sie in erster Linie: Menschen befähigen. Seien es Mitarbeitende, die als SBB-Botschafter twittern oder Corporate Journalistinnen, die den CEO interviewen. Sie setzt aber nicht nur auf Partizipation, sondern auch konzeptionelle Integration (Newsroom), einen zentralen Hub für redaktionelle Beiträge (SBB News) und eine zentrale inhaltliche Hoheit der Kommunikationsabteilung. Klare Regeln erleichtern das Loslassen von alten Strukturen und helfen Vertrauen aufzubauen.

SMGZH #45 - Digitale Transformation

Vier Learnings für einen gelungenen Wandel 

Aus den Referaten nehmen wir vier Learnings mit:

  • Kommunikation erfolgt nach wie vor über relevante Inhalte. Es braucht Fachleute – Journalisten wie Kommunikationsleute – die Themen professionell aufbereiten. Verändert hat sich die Art, wie die Inhalte entstehen und verteilt werden.
  • Strategien und Konzepte sind nicht passé. Sie müssen die Anspruchsgruppen einbeziehen, über konkrete Projekte greifbar sein, laufend analysiert und weiterentwickelt werden.
  • Digitale Transformation verändert nicht nur die Art, wie wir kommunizieren, sondern auch, wie wir zusammenarbeiten. Der Wandel gelingt nur, wenn wir uns austauschen, Bedürfnisse erkennen und sie ernst nehmen.
  • Dialog und Partizipation sind keine Selbstläufer, sondern viel Arbeit. Es braucht Gefässe, Dialog, Zeit und klare Regeln.

Fazit: Digitale Transformation in Organisationen bedeutet Change und erfordert eine gut geführte interne Kommunikation. Die Rolle von Mitarbeitenden muss in einer digitalisierten Welt neu definiert werden – gemeinsam mit den Mitarbeitenden selbst.

Sponsor: Ein spezieller Dank für das Sponsoring von Raummiete, Kaffee, Gipfeli und Technik geht an aspectra. Ohne die Sponsoren wäre die Durchführung des #smgzh nicht möglich. Herzlichen Dank!