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#15: Vom Monolog zum Dialog mit Joiz und DRS 3

| Zürich
Seit anderthalb Jahren on Air das eine, etabliert das andere – am 15. Social Media Gipfel präsentierten das Jugendfernsehen Joiz und der Radiosender DRS 3 ihre Social Media Aktivitäten. Die spannendsten Aussagen und Learnings haben wir hier zusammengefasst.
Martina Hirschi
#smgzh

«Es gibt keine New Media, sondern nur Media. Es gibt keinen Online-Journalismus, sondern nur Journalismus.» Den Schlusssatz von Martin Oswald, Leiter Webredaktion von DRS 3 setzen wir hier an den Anfang. Denn er ist bezeichnend  für den gestrigen Social Media Gipfel und für die Medienlandschaft, wie sie sich uns heute präsentiert: Menschen nutzen alle Empfangsmöglichkeiten von Zeitungen bis Bildarchiven gleichzeitig und ergänzend.

Social Media – für Manchen noch Neuland
Vor zwei Jahren entschied DRS 3, das stärkste New Media Radio der Schweiz zu werden. Hörer sollten via Social Media eingebunden, der Dialog angeregt und DRS 3 als proaktiver Sender positioniert werden.

Die meisten Moderatoren des Senders betätigen sich heute auf Social Media. Wie Martin Oswald erklärte wurde niemand gezwungen, zu twittern. Aber jene, die bereits erfahren waren, wurden zu Vorläufern und die Freude des Interagierens war ansteckend. «Manchmal kommt es vor, dass die Moderatoren von einer Reportage ein selbstgedrehtes Filmchen mitbringen und dieses dann verbreiten». Tweets, Posts & Co. werden von den Moderatoren selber verfasst, Ghostwriting gibt es bei DRS 3 nicht.

Dialog – auch ausserhalb der Sendezeit
Dass das Echo über Online-Plattformen riesig ist und permanent kommt, das war für Martin Oswald nicht überraschend, aber überwältigend. «Unser Motto ist hören, sehen und reagieren», sagt er. Aber alle Anfragen in kurzer Zeit zu beantworten, sei unmöglich. Dass es einmal 24 Stunden dauern könne, sei normal.

Diese steigenden Ansprüche kennt auch Alexander Mazzara, CEO und Mitbegründer des Jugendfernsehsenders Joiz. Das Fernsehen für die Zielgruppen zwischen 25 und 35 Jahren erhält manchmal Anfragen,  die ausserhalb der Sendezeiten liegen. Joiz wurde im 2010 gegründet und ist aus der Schweizer Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken. Neben Talks mit grossen Stars kommen auch politische Themen nicht zu kurz, über die Fragebox kann man Fragen stellen, die live in der Sendung beantwortet werden.

Erstaunliche Erkenntnis – Twitter reicht weiter als Facebook
Wer sich über den «Check-in» einloggt, sieht sein Profilbild im Studio-Hintergrund. Für Joiz ist so nachvollziehbar, wer wann wo in der Schweiz die entsprechende Sendung verfolgt. Darin sieht Alexander Mazzara eine echte Alternative zum heute üblichen aber ungenauen Telecontrol. Über den Red Button kann man Preise gewinnen oder mehr Informationen über die Sendung abrufen.

Die Inhalte von Joiz können auf allen möglichen Social Media Kanälen abgerufen werden. Neu kann man auch via Hangout auf Google+ an den Redaktionssitzungen teilnehmen und seine Inputs für Sendungen anbringen. Wer sich auf Joiz umschaut, fühlt sich wie in einer grossen Familie: In Chats tauschen sich die User aus, auf der Wall im Studio werden die neusten Tweets und Pinnwandeinträge eingeblendet.

Der Sender ist beliebt. Heute werden Inhalte 50’000 Mal pro Monat auf anderen Kanälen geteilt, davon 44.5 Prozent auf Twitter und 33.8 Prozent auf Facebook. Die Website hatte im Juli gemäss Net-Metrix 124’000 Unique Clients; über TV rechnet Mazzara mit täglich 120’000 Zuschauern – offizielle Zahlen werden ab 2013 erhoben.

SMGZH 15 - Radio und TV auf Social Media – Radio und TV auf Social Media – mehr Reichweite für DRS3 und joiz?